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Ob ich will oder nicht – jeden Tag Zazen

In diesem Jahr habe ich an 43 von 45 Tagen meditiert. Diese zweimal war es einfach unmöglich Zazen zu machen. Einmal weil ich mit den Kindern, die ich ins Bett bringen wollte, eingeschlafen bin. Und einmal ging es mir nicht gut.

Es gab einige Tage an denen ich keine Lust hatte mich auf das Sitzkissen zu setzen, und es dann aber doch tat. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich musste. Weil nur derjenige erfolgreich ist, der kurzfristige Stimmungsschwankungen ignoriert und das langfristige Ziel nicht aus den Augen verliert. Diese Sitzungen waren dann sehr unruhig. Doch in den Sitzungen, in denen ich unruhig bin und mich am liebsten ins Bett legen möchte, gerade diese Sitzungen sind wichtig. Ich versuche den Gedanken nur wenig Raum zu geben. Doch gestern hatten mich die Gedanken völlig vereinnahmt, vielleicht auch weil gerade so viel in meinem Leben passiert. Am Ende der Sitzung war mir die Unruhe sehr bewusst, was ich als sehr positiv bewerte. Es werden wieder Sitzungen kommen, in denen nur kurz Gedanken-Blops auftauchen und ich ziemlich leer bin. Leer sein heißt hier nicht leblos, sondern sogar im Gegenteil völlig aufmerksam für meine Umwelt. – So langsam merke ich, dass dieses Meditieren in ein Ritual übergeht, was mich sehr glücklich macht.

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