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Aktion und Reaktion, bei der Meditation, wie im Leben

Wenn mir beim Meditieren die Haut juckt … was für ein seltsamer Anfang für einen Blogartikel. 🙂

Oft wenn ich meditiere, juckt mir die Haut. Besonders doll juckt sie im Gesicht. Der Juckreiz wird mit der Zeit immer stärker und stärker und jeder hätte sich jetzt längst gekrazt. Ich denke, nur die wenigsten haben mal die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn man dem Juckreiz widersteht. Also mal ausprobieren. 🙂

Aber ich sitze ruhig und mit sehr geradem Rücken in der Zen-Haltung und bewege mich nicht. Es geht im Zazen darum nicht auf sofort auf alle Reize zu reagieren. Aufmerksam und achtsam wahrnehmen, ja. Reagieren, nein. Man lässt sich nicht steuern, sondern man selbst steuert. Zen bringt dich vom Reagieren zum Agieren.

Diese Übung mit dem Nicht-Jucken wirkt sich dabei auf alle Lebensbereiche aus. Wenn etwas passiert, richten wir unseren Fokus darauf. Wir lassen uns von diesem Ereignis/Moment gefangennehmen. Und dann wollen wir sofort auf dieses Ereignis einwirken. Ich denke, dass durch Zazen der Blick aus der Ferne trainiert wird. Man kann aus jeder Situation zurücktreten und diese viel neutraler beobachten. Man nimmt die Vogelperspektive ein.

Sehr spannend ist dann die Fast-Gleichzeitigkeit der Perspektiven. Also ich bin dann ständig im Wechsel zwischen Eintauchen in das Ereignis und dem Herauszoomen. Mir ist bewusst, worüber ich gerade nachdenke. Ich befinde mich auf der Meta-Ebene und bin mir über mein Denken bewusst.

So entsteht mit der Zeit immer mehr Autonomie und Selbständigkeit. Man ist nicht mehr der Getriebene und man fühlt sich nicht mehr ohnmächtig. Man lässt viele Sachen einfach geschehen, so wie wenn die Wolken am Himmel vorbeiziehen. Man ist nun ein stillerer Beobachter.

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Geld vs. Zufriedenheit

Einer meint, „Ich will reich sein.“ Meint er damit nicht eher das er glücklich sein will? Kann man Glück durch Geld kaufen? Bis zu einem gewissen Maße braucht man Geld um einen Mindeststandard zu erreichen. Damit meine ich einfache Kleidung, einen gefüllten Kühlschrank und ein Dach über dem Kopf. Doch wenn die Deutschen von reich sein sprechen, meinen sie damit einen Betrag von geschätzt mindestens 500.000 Euro. Dabei hat sich gezeigt, dass die Freude an neu gekauften Konsumgütern gar nicht so lange anhält wie erwartet. Nach dem Mercedes muss dann bald ein Porsche her, und das oft nur weil der Nachbar auch Mercedes fährt. Die Leute laufen ein Leben lang dem Geld hinterher. Wenn sie dann viel Geld haben, muss es immer mehr sein um die Bedürfnisse zu befriedigen. Die Messlatte wird dabei stetig und infinitesimal nach oben gelegt. Wie beim Frosch im Kochtopf, der auch nicht weiß was mit ihm geschieht. Die Leute schwimmen im Geld und sind trotzdem immer wieder unzufrieden. Zufriedenheit basiert langfristig gesehen eben nicht auf Geld. Ob die Reichen das merken? Ich empfehle ihnen einen dreiwöchigen Tempelbesuch in Antaiji oder Sojiji! 🙂

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