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Auf der Arbeit zählt nicht Leistung, sondern nur der Schein!

Vor ca. 2,5 Jahren habe ich so richtig mit dem Arbeiten angefangen. Auch früher habe ich schon gearbeitet. Doch dann habe ich ein Ingenieursstudium absolviert. Nun arbeite ich also auf einem ganz anderen Niveau. Anfangs war es sehr schwierig für mich in der Arbeitswelt klar zu kommen. Dabei lernte ich zu 95% technische Fertigkeiten. Doch nach ca. einem Jahr hat sich das Blatt komplett gewendet. Jetzt sind es nur noch 5% Technisches und zu 95% Kommunikation, Psychologie und Firmenpolitik. Es geht nicht darum der Firma etwas Gutes zu tun. Es geht darum, dass man selbst gut darsteht. Nur der Schein zählt. So ist es leider. Derjenige, der sich um die ganzen Kleinigkeiten kümmert, wird am Ende sogar bestraft. Es geht nicht darum, ein gutes Produkt zu entwickeln, sondern darum, alles daran zu setzen, dass der direkte Vorgesetze gut darsteht. Es geht nicht um Ideale, sondern ums Geld verdienen. Ich war anfangs äußerst intrinsisch motiviert. Doch nun mach ich nur noch Dienst nach Vorschrift. Sonst hätte ich mich kaputt gemacht. Es geht nicht darum ehrlich zu sein, sondern sich strategisch günstig zu verhalten. Damit ich mich vom kapitalistischen System nicht versklaven lasse, baue ich mir nun sogar immer mehr „Freiräume“ in den teilweise stressigen Arbeitsalltag ein. Denkt selbst über diese Freiräume nach! Brecht die Regeln. Lasst euch nicht verarschen. Und lasst euch nicht durch die Arbeit kaputt machen.

„Die weitaus meisten Menschen geben sich mit dem Schein zufrieden, als ob er die Wahrheit wäre, und sie lassen sich oft mehr von Dingen beeinflussen, die scheinen, als von denen, die sind.“ – Machiavelli

Marathon-Mönch oder die Überschreitung unserer selbstgesetzten Grenzen

In Kyoto im Enryaku-Ji auf dem Hiei-Berg leben die sogenannten Marathon-Mönche. Sie sind berühmt für ihre besondere, ja fast übermenschliche, Art der spirituellen Übung die eine schon tausendjährige Tradition hat. Dabei läuft ein Mönch 80 km am Tag auf einem Pilgerweg, und das für 100 aufeinanderfolgende Tage. Dafür läuft er ca. 17 Stunden am Tag und schläft nur zwei Stunden. Der Mönch ist mit einer kleinen Laterne ausgerüstet, da er oft in der Dunkelheit unterwegs ist. Wenn er es nicht schafft die Strecke zu laufen, muss er sofort Selbstmord begehen. Das gibt dem ganzen die nötige Portion Ernst. Am Ende dieser langjährigen Übung kommt ein neuntägiger „Spaziergang“ namens Doiri. Neun Tage ohne Schlaf, ohne Wasser und ohne Essen. Laut der Wissenschaft sollte der Mönch nach einigen Tagen tot sein, aber diese Mönche gehen über diese Grenzen hinaus. Wow, wie inspirierend. Und auch ich mache mir klar, was in unserem Leben möglich ist, wenn wir alles nur mit einem gewissen Ernst durchziehen und die Meinungen der anderen ignorieren.

100 Tage hintereinander Zazen!

Vor ein paar Wochen zeigte ich einem Freund meinen Blogartikel über das Leben nach dem Tod aus zen-buddhistischer Sicht, da ich anderen die Weisheit des Zen näher bringen möchte. Als dieser mir dann erzählte, dass er den Artikel nur halbherzig gelesen hatte, war ich enttäuscht. Enttäuscht auch deshalb weil es sich um eines der wichtigsten Themen handelte, den Tod. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir dem Thema Tod gerne ausweichen. Ich finde die Auseinandersetzung mit dem Tod jedoch sehr wichtig. Indem ich mir meiner Vergänglichkeit bewusst bin, führe ich ein viel intensiveres Leben und koste jeden Moment aus. Mir kam dann der Gedanke, dass es vielleicht garnicht so sinnvoll ist über Zen zu reden. Und so entschloss ich, vom 1.1.2015 an, 100 Tage lang täglich Zazen zu machen. Frei nach dem Motto: Handeln statt Reden.

Ein Freund von mir will bald einen Marathon laufen, wofür es viel Disziplin braucht. Doch um 100 Tage Zazen zu machen, braucht ein Vielfaches an Disziplin. Ich bin auch mal einen Marathon gelaufen, darum sehe ich den Unterschied deutlich. Ich werde bald wieder berichten ob ich durchgehalten habe.

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Ich möchte mich dieser Frage aus der zenbuddhistischen Sicht nähern.

Erst einmal kurz zum Glauben. Als Zen-Buddhist glaubt man nicht. Zen ist keine Religion und verzichtet daher auf jegliche Dogmen, also auch auf den Glauben. Es ist wichtig sich selbst eine Meinung zu bilden, doch der Tod ist nicht erfahrbar. Ist der Tod deshalb eventuell sogar irrelevant? JA!

Dazu eine Geschichte aus Japan:

„Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“
„Das weiß ich nicht.“
„Aber bist du denn nicht der Meister?“
„Ja, aber kein toter Meister.“

Zen hat einen radikalen Lebensbezug, der die Frage nach dem Tod sinnlos macht!

Sind viele von uns nicht wie Zombies, die kaum auf ihr Selbst hören? Die stur das tun, was ihnen ihre Eltern, Lehrer, Freunde, Medien, Politiker etc. ständig eintrichtern. Sind die Jahre dann gezählt, bekommen sie es mit der Angst zu tun. Denn der Sensenmann kommt genau dann, wenn man gerade ungestört vor dem Fernseher seine Chips in sich reinstopft.

Ich höre durch die Zen-Meditation (Zazen) tief in mich hinein und finde immer mehr mein wahres Selbst, welches mir ein zufriedenes, glückliches und authentisches Leben ermöglicht. Zuerst ist es aber wichtig all die Vorurteile hinter sich zu lassen und die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen. Im Zen nennt man dies den Anfänger-Geist. Tue alles so, als wäre es das erste Mal.

Meine Antwort auf die Frage nach dem Tod lautet von nun an: Glaubst du an einen Tod während des Lebens? Ich schon. Doch ich wehre mich beständig gegen ihn. 🙂

Nicht-Selbst ist wie ein gradueller Tod.

Schaut mal ein Raumschiff!

Kaum ein Erdling weiß, dass sich des öfteren die ISS mit bloßem Auge am Himmel erblicken lässt. Vor ein paar Jahren wurde noch einmal ein zusätzliches Solarpanel installiert, welches mehr Licht reflektiert und die Helligkeit zusätzlich erhöht. Damit ist die ISS dann kurzzeitig der hellste Punkt am Firmament. Die Sichtbarkeit ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen braucht man einen wolkenlosen Himmel. Dann sieht man sie auch nur kurz nach der Dämmerung oder kurz vor dem Morgengrauen. Die Sichtbarkeitsdauer beträgt eine bis sechs Minuten. Durch ihre sich ändernde Flugbahn wiederum ist sie ein paar Wochen lang zu sehen und verschwindet dann wieder für ein paar Wochen. Es ist schon Wahnsinn ein paar Leuten in 431 km Höhe zuzuschauen, wie sie mit 28.000 km/h in 90 Minuten um die Erde sausen. Einmal konnte ich sogar das sehr schwach leuchtende winzige Space Shuttle beim Andocken sehen. Wow!
Die Überflugszeiten findet ihr unter folgendem Link: http://iss.de.astroviewer.net/beobachtung.php
Dazu müsst ihr zuerst euren Standort angeben. Schreibt doch mal, ob ihr sie gesehen habt. 🙂

Es gibt keine Abkürzungen

Damals kam mir irgendwann in den Sinn, dass es keine Abkürzungen gibt. Es war die Zeit, in der ich bemerkte, dass in den Prüfungen meiner Fachhochschule sehr oft betrogen wurde und wahrscheinlich immer noch wird. Diese Betrüger steigen dann aber in Positionen ein, die sie nicht mehr beherrschen können und dann unglücklich werden. Es kann auch sein, dass ich mich täusche. Der steinige Weg hat aber durchaus etwas Positives. Man lernt unheimlich viel. Und durch dieses Wissen überholt man die Betrüger langfristig wieder. Das gleiche gilt auch für Lügen. Sie „helfen“ nur kurzfristig.

Passend dazu Kurt Tucholsky:
„Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muß sie allein machen.“

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