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Arbeitswelt und Ehrlichkeit

Heutzutage steht man am Arbeitsplatz immer mehr unter Druck. Wenn der Druck nicht von außen kommt, wird er von innen erzeugt. Denn wenn wir uns zu sehr gehen lassen, verlieren wir die Arbeit. Gerade darum vermute ich, dass viele getreu dem Motto „Mehr Schein als Sein“ leben bzw. arbeiten. Sie tun geschäftig und aufopferungsvoll, klagen ständig über zu viel Arbeit und werden deshalb geachtet. Wer wirklich so geschäftig wäre, würde mittelfristig ein Burnout bekommen. Wieder einmal ist der Ehrliche der Dumme. Ich war mein Leben lang meist ehrlich und habe darunter gelitten. Ehrlichkeit ist eine Tugend die ich in Frage stellen möchte. Wer in einer unehrlichen Gesellschaft ehrlich ist wird ausgebeutet. Darum schlage ich eine bessere Tugend vor: „Ehrlich sein zu sich selbst, ehrlich ’scheinen‘ in der Gesellschaft. Denn sie hat nichts anderes verdient. Noch nicht“

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Erich Fromm über den angepaßten Menschen

Link zum Video

„Die Normalen sind die Kränkesten, und die Kranken sind die Gesündesten.“ so fängt das Video eines Interviews mit Erich Fromm an. Eine steile These. Weiterhin heißt es, dass der der „krank“ ist, in Konflikt mit den Mustern der Kultur kommt. Die „Normalen“ hingegen sind so angepasst, entfremdet und roboterhaft, dass sie keinen Konflikt mehr empfinden und die Symptome der „Kranken“ nicht aufweisen.

Ich zähle mich in gewisser Weise auch zu den Kranken und gleichzeitig aber auch Fühlenden (Stichwort: Hochsensible Persönlichkeit), so wie es Fromm beschreibt. Ich bin sensibel und spürte gerade in der Vergangenheit den Weltschmerz oft zu stark. Das hat sich seit meiner längerfristigen Nachrichtenreduzierung stark gebessert. – Ich finde es einfach sehr interessant, wie radikal Fromm vorgeht, und die Begriffe „krank“ und „normal“ vertauscht.

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