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Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Ich möchte mich dieser Frage aus der zenbuddhistischen Sicht nähern.

Erst einmal kurz zum Glauben. Als Zen-Buddhist glaubt man nicht. Zen ist keine Religion und verzichtet daher auf jegliche Dogmen, also auch auf den Glauben. Es ist wichtig sich selbst eine Meinung zu bilden, doch der Tod ist nicht erfahrbar. Ist der Tod deshalb eventuell sogar irrelevant? JA!

Dazu eine Geschichte aus Japan:

„Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“
„Das weiß ich nicht.“
„Aber bist du denn nicht der Meister?“
„Ja, aber kein toter Meister.“

Zen hat einen radikalen Lebensbezug, der die Frage nach dem Tod sinnlos macht!

Sind viele von uns nicht wie Zombies, die kaum auf ihr Selbst hören? Die stur das tun, was ihnen ihre Eltern, Lehrer, Freunde, Medien, Politiker etc. ständig eintrichtern. Sind die Jahre dann gezählt, bekommen sie es mit der Angst zu tun. Denn der Sensenmann kommt genau dann, wenn man gerade ungestört vor dem Fernseher seine Chips in sich reinstopft.

Ich höre durch die Zen-Meditation (Zazen) tief in mich hinein und finde immer mehr mein wahres Selbst, welches mir ein zufriedenes, glückliches und authentisches Leben ermöglicht. Zuerst ist es aber wichtig all die Vorurteile hinter sich zu lassen und die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen. Im Zen nennt man dies den Anfänger-Geist. Tue alles so, als wäre es das erste Mal.

Meine Antwort auf die Frage nach dem Tod lautet von nun an: Glaubst du an einen Tod während des Lebens? Ich schon. Doch ich wehre mich beständig gegen ihn. 🙂

Nicht-Selbst ist wie ein gradueller Tod.

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