Was ist das für ein Chef?

Jemand der andere Mitarbeiter, ja selbst Führungskräfte als Arschlöcher beschimpft? Der wenn man ihn mal auf einen begangenen Fehler anspricht, sofort andere Schuldige dafür findet. Es ist der Sonnenkönig, der Narzist, das ungeliebte Kind. Ständig lässt er einen spüren wie mächtig er ist. Ständig bringt er ach so tolle Sprüche, die ihm Ehrfurcht einbringt. Doch so langsam durchschaue ich sein Spiel.

Er sagt mir, dass ich zu langsam arbeite, obwohl das nicht stimmt. Warum packt er meinen lückenlos gefüllten Arbeitsplan immer voller? Unrealistisch voll. Und was kann ich dagegen tun? Wenn ich ihn auf diese unrealistische Erwartung anspreche, rechnet er mir wieder jede Aufgabe in Minuten auf, und erzählt mir dass man ja auch multitasken könne (Obwohl Wissenschaftler bewiesen haben, dass Multitasking kontraproduktiv ist).

Warum erzähle ich das hier? Weil dieser Jemand demnächst wohl befördert wird und ich mich darüber ärgere. Ganz sicher ist seine Beförderung noch nicht, doch es riecht sehr stark danach. Nach dem Peter-Prinzip werden alle so weit befördert, bis sie in einer Position angekommen sind, in der sie fast handlungsunfähig sind. Außerdem werden nicht empathische Menschen befördert, sondern Durchsetzungsstarke. Es werden nicht die befördert, die das Beste für das Unternehmen wollen, sondern die, die alles dafür tun eine reine Weste zu haben und dies ständig unter Beweis zu stellen.

Ich muss aus dieser Firma raus. Schade, dass ich nichts an diesem System ändern konnte. Ich habe es jedenfalls mal versucht.

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About steffensteffensteffen

Ich bin Zen-Buddhist und habe hunderte Hobbies. :) https://nebelnurnebel.wordpress.com/

8 responses to “Was ist das für ein Chef?”

  1. Imort says :

    Es ist wahrscheinlich ein armer Mensch, ärmlich in sozialkompetenten Belangen. Materalistisch eingestellt, immer mit den Gedanken auf/bei der Arbeit, immer und zu jeder Zeit. Ein Jemand, der anderen Kompetenzen abspricht und sich überlegen fühlt, der glaubt ohne ihn geht es nicht. Ein Jemand der voll und ganz in dem Konzept des „Menschenverbrauchs“ der Industrie aufgeht.
    Wahrscheinlich wird er erst sehr viel später bemerken, dass er dabei selbst aufgebraucht wurde und der Unternehmensleitung dabei erlegen ist. Das sind jene Menschen, die in ihrer narzistischen Weise andere zum Scheitern gezwungen haben und durch diese Energieverschwendung dann irgendwann selbst ausgebrannt sind. Wahrscheinlich ohne je zu bemerken welchen Schaden sie anderen und sich selbst zugefügt haben.

    Jedem sollte klar sein, dass bei Produktivitätssteigerungen natürliche Grenzen bestehen.
    Diese können nur durch „verheizen“ von Arbeitskraft überschritten werden.
    Doch für wen arbeiten wir? Für die Unternehmen oder für unser aller Wohlbefinden? Also liebe Chefs, überlegt doch mal welchen Sinn es macht, andere Menschen ausbrennen zu lassen.
    Es führt den Sinn der Arbeit ad absurdum. Wir arbeiten nicht mehr damit es uns besser geht. Und ist erst die Nachbarin, der Partner, die Kinder oder die Freunde krank und leer, wird auch der Rest der Gesellschaft krank.

    Amen, schau das du da weg kommst.

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    • steffensteffensteffen says :

      Hallo Imort! Und langfristig schaden sich die Unternehmen durch die Produktionssteigerung durch menschliche Ausbeutung selbst. Halt durch die steigenden Burnout-Fälle. Doch wenn Chefs sich nur auf ihre eigenen Ziele, anstatt auf Unternehmensziele konzentrieren, dann stört so ein Burnout kaum.

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      • Imort says :

        Politik und Unternehmen arbeiten doch Hand in Hand darauf hin, dass Arbeitnehmer wieder um Arbeit zu/um jeden Preis betteln. Wen stören da schon die BurnOuts? Deren dürftige Pflege bzw. Heilung und Thetapie zahlt der Bürger sowieso selbst. Nachschub steht in (naher Zukunft) massenhaft vor den Firmentoren.

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  2. steffensteffensteffen says :

    Es gibt jetzt wohl ein neues Gesetz nachdem die Firmen die Rehas bezahlen müssen. Und das wird wohl richtig teuer. Vorsichtige ungenaue Schätzung meinerseits: 60.000 Euro pro Burnout-Fall

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  3. Imort says :

    Von dem Gesetz habe ich bislang nichts gehört. Im Netz kann ich auch nirgends etwas dazu finden. Hast du da einen Link oder eine andere Quelle für mich?

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    • steffensteffensteffen says :

      Hallo Imort! Das ist im Arbeitsschutzgesetz Paragraph 5 Punkt 3/6. (das hat mir ein Coach zum Thema Stressmanagement erzählt)

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      • Imort says :

        Hmmm … da geht es um die Beurteilung von Arbeitsplätzen. §5 3.6 zählt (nur) die psychische Belastung als Geahr auf.

        Von der Belastung des AG bei solchen Erkrankungen ist aber nirgend die Rede. Da jeder Fall individuell anzusehen und die Umstände und Ursachen erst einmal geklärt werden müsste.

        Natürlich wäre eine solche Regelung zu begrüßen. Jedoch würde sich der Bund der Arbeitnehmer … mit Händen und Füßen deren Einführung wiedersetzen.

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  4. steffensteffensteffen says :

    Schau doch bitte noch einmal auf Paragraph 4 Punkt 1 und dann auf das hier: http://www.bvpraevention.de/cms/index.asp?snr=9580&inst=bvpg

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